Der Hering bleibt aus: Unterschied zwischen den Versionen

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(kein Unterschied)

Aktuelle Version vom 31. Juli 2020, 11:58 Uhr

Briefspiel
Das Glück der anderen
Region: Küste
Ort: Edlengut Bleichethal
Zeitraum: Praios 1043 BF
Beteiligt:
Kapitel:


Ein leichter Regen ging über dem Land nieder. Feine Tropfen die binnen kürzester Zeit die Kleidung durchweichte. Also nicht unbedingt das geeignete Wetter um einen Kontrollritt zu unternehmen oder wegen sonst einem Anlass das Haus zu verlassen. Stattdessen hatte sich Aarwin in sein Arbeitszimmer zurückgezogen und damit begonnen einige Papiere abzuarbeiten. In den vergangenen Wochen hatte es mehr Nachfragen gegeben, als gewöhnlich. Aus wirtschaftlicher Sicht erfreute ihn dieser Umstand, allerdings bereitete er ihm zugleich auch Sorgen. Schon immer verkauften die Bewohner Bleichethals ihre Waren vornehmlich gen Harben, doch nicht nur die Zahl der Anfragen stieg auch die nachgefragten Mengen. Die kargen Böden der Markgrafschaft gaben jedoch nicht her was seine Bewohner bedurften, so mussten er nun darauf Acht geben das nur verkauft wurde was sie selbst nicht brauchten. Es war absehbar, dass über kurz oder lang nicht nur die Waren zusehends knapper werden würden, auch die Preise würden vermutlich steigen. Bleichethal konnte sich versorgen, überzogene Preise würde es sich dennoch nicht leisten können. Umso wichtiger würde es werden, mit den eigenen Ressourcen zu haushalten.

Was aber war der Grund? Der Edle war Ratlos, schließlich erhielt er immer nur Anfragen nach mehr Waren – nie aber erklärte jemand den gesteigerten Bedarf. Unschlüssig begann Aarwin in seinem Arbeitszimmer auf und ab zu gehen. Eigentlich würde er in einer solchen Situation einen Ausritt unternehmen um den Kopf frei zu bekommen, ein erneuter Blick aus dem Fenster stellte jedoch klar das dies im Augenblick keine reizvolle Option war. Die Erkenntnis blieb aus und so ließ er sich den Sessel vorm Kamin fallen und griff die Havena Fanfare die dort herumlag. Er wollte sie bereits weglegen, als ihm ein Artikel ins Auge fiel. Schnell huschten seine Augen über die Zeilen, so schnell dass er den Beitrag noch ein weiteres Mal lesen musste. Die Fische mieden die gewohnten Fanggründe, die Heringsschwärme blieben den küstennahmen Gewässern fern und auch andere Fischarten machten hier keine Ausnahme. Die Fischer mussten folglich weiter hinausfahren, gingen ein größeres Risiko ein und zugleich kehrten sie, wenn überhaupt, mit geringeren Mengen in die Häfen zurück. Definitiv ein herber Schlag für die sowieso eher kränklich schwache Wirtschaft des Windhag, vor allem für die vom Fischfang lebenden Küstennahmen Lehen denen damit die Lebensgrundlage entzogen wurde. Seit jeher gab der Boden nur wenig her, forderte Entbehrung und Ausdauer ein. Von was aber sollten die Menschen künftig leben? Ohne das Meer als Einnahmequelle und eventuell noch wichtiger, als Nahrungsquelle.

An diesen Problemen konnte der Edle nichts ändern. Er war machtlos und wenn er ehrlich war, wusste er keinen Sterblichen der für dieses Problem mit einer Lösung aufwarten könnte. Alles was blieb, war es zum Gott der Meere zu beten und zu hoffen. Bis dahin, würde er würde er versuchen sich solidarisch zu zeigen und seine Brüdern und Schwestern, so gut er vermochte, mit Waren versorgen. Vielleicht kam seine Erkenntnis gerade noch Rechtzeitig genug um zumindest mit den Fischteichen die Erträge zu erhöhen.