Nassemark

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Die Nassemark nennen die Gerfins sowohl den zentralen Teil des Kyndocher Moores um den See Altwasser, wie auch die gesamte Moorlandschaft.

Wenn es das Teilstück des Moores bezeichnet, dann meint es das weitergefasste Ufergebiet des Altwassers, des größten Sees des Alten Landes. Bei niedrigem Wasserstand des Großen Flusses ist hier eine dicht mit Schilf bewachsene Sumpflandschaft, die vielerorts unmerklich in das Altwasser übergeht. Bei höherem Wasserstand jedoch wird das gesamte Gebiet zu einer einzigen spiegelnden Wasserfläche, die mehr als zweimal größer ist als der See bei Niedrigwasser.

Am Nordwestufer des Sees - wo auch immer das sich gerade befindet - ragt die einzige Erhebung des Umlandes empor. Kein Hochwasser hat bisher den Hügel unter sich begraben können und bei den Gerfins heißt es, dass es kein fester Hügel sondern ein überwachsener Leichenhaufen ist, die hier vor sich hinschwimmt und mit dem Wasserstand geht.

Im Axtalter, in der siebenunddreißigsten Sippe führten die Roteisen ein Heer gen Kyndoch, wie um sich ein letztes Mal aufzubäumen, bevor sie - was die siebenunddreißigste Sippe beendete - die Flusslande endgültig verließen und in den fernen Osten zogen, wo sie - so sagt man sich - ein eigenes Königreich errichteten.
Vor Kyndoch kam es also zum Kampf gegen die Streiter des Hjaldelag, welchen die Roteisen fast gewannen und in dem sie am Ende doch unterlagen. Der Rückweg gen Süden war ihnen verwehrt und so versuchten sie durch die Nassemark zu entkommen. Hier wurden sie allerdings, entkräftet und verwundet gestellt. Anstatt sich aber zu ergeben, hielten sie drei Tage und Nächte im Schildwall aus und schlugen alle Angriffe zurück. Doch zu groß war die Übermacht und zu leer die Mägen, als dass sie fortkommen konnten. Mann um Mann wurden sie in wahnsinnigem, endlosen Ringen niedergemacht - ein Hügel aus Leichen begann sich zu türmen - bis die letzte Gewappnete, eine furchtbare Kriegerin in einem blutroten Panzer, ihren Helm von sich warf. Oben auf dem blutigen Hügel schrie sie ihren Gegnern ihren unbändigen Hass entgegen, verfluchte die Anführer und brachte sich unbekannten Mächten selbst als Opfer dar, damit ihre Flüche ihre Ziele ja fänden. Mit bloßen Nägeln kratzte sie sich die Kehle auf, bis ihre markzerreißenden Schreie in wildem Gurgeln untergingen. Die schwärzesten Wolken seit Sippengedenken brauten sich daraufhin über ihr zusammen und ein Wind, kalt wie im tiefsten Winter, fuhr über das Land dahin.
In kaltem Grausen stieben die Streiter des Hjaldelag davon und der Geschichten unheimlicher Flucherfüllungen wurden die Abende am Feuer alsbald voll.

Aus diesem und anderen Gründen wagen sich die Gerfins nicht in diesen Teil des Moores.