Blutiger Zwischenfall bei der Requirierung von Lebensmitteln

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Die in diesem Artikel beschriebenen Ereignisse ereigneten sich im Kontext der so genannten Meuterei von Harben.

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Markgrafschaft Windhag im Winter 1028 BF

Blutiger Zwischenfall bei der Requirierung von Lebensmitteln

Dünne Suppe, schwacher Arm. So lautet eine alte Söldner-Binsenweisheit, und während die Truppen Herzog Cusimos von Grangor vor den Toren Harbens darauf warten, dass die Vorräte der Verteidiger zur Neige gehen, stellt nun im Winter auch die Versorgung des Belagerungsheeres ein ernsthaftes Problem dar. Überall in der Markgrafschaft tauchten in den letzten Wochen die Versorgungsoffiziere der Goldenen Legion mit ihren schwer gerüsteten Waffenknechten auf und beschlagnahmten, was nicht niet- und nagelfest war. Bangte das Landvolk in diesem harten Winter ohnehin um sein tägliches Brot, so bringt sie nun der Appetit der grangorischen Landsknechte dem Hungertod ein weiteres Stück näher.

Besonders schwer betroffen sind wegen ihrer Nähe zur Hauptstadt der Süden und Westen Windhags, wo die Lage im blutigen Gefecht eskalierte: Auslöser war ein Zwischenfall im Reichsland Wettershag, wo die Bäuerin Fenalind aus der Borgrunfamilie einen Söldling mit dem Beil erschlug, als der sich ungefragt über ihre Speisekammer hermachen wollte. Das sich anschließende Handgemenge forderte weiteren Blutzoll unter den Soldaten und der Sippschaft der streitbaren Frau. Condottiere Zandor von Nervuk, Statthalter von Phecadien und Befehlshaber der Goldenen Legion, gab daraufhin bekannt, dass die herzoglichen Truppen grundsätzlich nicht gegen die Brüder und Schwestern im Windhag kämpfen. Schließlich stehe man vor Harben, um in Praios Sinne Recht und Ordnung wieder herzustellen; wenn es unter seinem Kommando tatsächlich zu Entgleisungen käme, so würden diese verfolgt und ohne Ansehen von Stand und Person geahndet.

Dennoch scheint es, dass die Ritter des Windhager Landes sich furchtsam in ihren Festen Häusern verkriechen, ihre Schutzbefohlenen der Willkür der grangorischen Verbündeten überlassen und ansonsten hoffen, dass sie selbst mehr Glück haben werden, als ihre Untertanen - hat der Herzog doch auch dem Landadel empfindliche Strafen angedroht, sollte dieser nicht seine Scheunen und Speicher für die Versorgung des gemeinsamen Aufgebots öffnen. So verzweifelt scheint die Lage in einigen Gegenden Windhags inzwischen zu sein, dass so mancher Junker versucht, sich als Raubritter über den Winter zu retten. Einige Edelleute des tief verschneiten Landes sollen nun im Kampf um den letzten Schinken in erbitterter Fehde liegen.

Die Herolde des Herzogs verkünden indes auch weiterhin, die Moral der eigenen Soldaten sei ungebrochen und das in Harben eingeschlossene Piratengesindel sei nur deshalb so schwer von den Mauern zu schießen, weil es vom Hunger ausgezehrt nur noch ein halbes Ziel biete. Daher sei der Fall Harbens nur noch eine Frage der Zeit.

Für die Havena-Fanfare, Sektion Harben

Sirlan Holzer (Windwanderer)