Altes Land

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Das Alte Land
Mit freundlicher Genehmigung der
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Von verrückender Schönheit erschien mir das Alte Land schon bei meiner Ankunft am Fluss. Hinter den stillen Hügeln stiegen die Berge kühn in den Himmel und blickten den Ingrakuppen auf der anderen Seite des Großen Flusses voller Stolz entgegen. Hier schien alles Land die Menschen zu beherbergen - während im Isenhag drüben die Menschen das Land durch beständige Arbeit und fleißge Mühen gezähmt hatten. Hier im Alten Land war ich ein Fremder, der sich anschickte, dem Geist des vergessenen Landes zu begegnen. Amaldus Sabelstein, Vogt von Hohngrêf


Als das Alte Land bezeichnet man im Windhag den Landstrich zwischen den östlichen Hängen der Windhagberge und dem Großen Fluss. Es wird so genannt, weil es bereits um 870 v.BF. besiedelt wurde und seit über 1900 Jahren Heimat der Windhager ist. Grüne Hügel und Auen prägen das Landschaftsbild. Dennoch ist dieser Teil des Windhags höchstens nur dünn bevölkert und die meisten der Nachkommen der Menschen des Alten Landes haben sich ins Isenhag östlich des Großen Flusses im Nordmärkischen zurückgezogen. Im Alten Land leben heute so wenig Menschen, dass gewisse Kanzlisten von ungefähr einem Einwohner pro zwei Rechtmeilen Land ausgehen. Anteil am Alten Land haben das Reichsland Flachstein, die Baronie Gräflich Greifenklamm, die Pfalzgrafschaft Weißengau und die Baronie Widdernhall. Auch die ehemalige windhagsche und heute albernische Baronie Grenzmarken.

Klima

Während der Beleman auf der Efferd zugewandten Seite des Gebirges Beleman und Rondrikan für ständigen Nebel, Regen und endlose Winde und Stürme sorgen, die Bäume und Häuser niedrig und die Kleider stetig klamm halten, sorgt der durch die Berge gezügelte Beleman im Alten Land fast den ganzen Götterlauf hindurch für den reinsten Efferdsegen. Wie die Altländler so sagen: "Die haben den Wind, wir den Hag." - woraufhin schadenfroh zu lachen man im Alten Land fast zweitausend Jahre lang geübt hat. Auch ist es im Alten Land das Jahr hindurch nicht so kalt, wie auf der Küstenseite des Windhags und die südliche Lage (nach Garether Maßstäben) näher an Praios Antlitz sorgt für ein angenehmes Klima, in dem Wein bereits stattlich gedeiht. Im allgemeinen sind die Altländler sowieso der Ansicht, im schönsten und angenehmsten Teil des Mittelreiches zu leben. Auch im kältesten Winter friert der Fluss nicht zu und auch im heißesten Sommer lässt der Efferdsegen nie lange auf sich warten, sodass man sich seit Generationen nicht mehr an eine wirkliche Missernte erinnern könnte.

Landschaften

Das Alte Land kann grob in vier Teile unterschieden werden.

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Zum ersten sind da die Windhagberge, die überall am Alten Land den endlosen Gebirgswäldern entsteigen. Das raue Gebirge erhebt sich an vielen Orten über zweitausendfünfhundert Schritt und wenn abends Praios' Angesicht hinter den Bergen im Westen verschwindet, kommen allerorten Gestalten und Getier hervor. Über die hohen Gipfel drückt der Beleman immer wieder Wolkenbänke, sodass die Gipfel selten ganz zu sehen sind. In den Bergen leben kaum Menschen. Einzig einige Udamans und Taurons sollen in winzigen, an die Flanken der Berge gedrückten Weilern hausen und nur alle paar Götterläufe einmal Kontakt in die Täler haben. Stattdessen sollen sie sich angeblich mit einem ganzen Orkstamm, den Ramuchai, herumschlagen müssen. Aber kein götterfürchtiger Mensch einen Grund hat in die hohen Berge zu ziehen, führt doch der Schattengrundpass sicher von einer Seite zur anderen.
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Zum zweiten finden sich im Firun die Flachsteine, eine sanfte Hügellandschaft, die vom Delta des Großen Flusses bis hinter die Sarpe reichen und von denen das Reichsland Flachstein seinen Namen hat. An den Flachsteinen haben aber auch die mittlerweile albernische Baronie Grenzmarken und die Pfalzgrafschaft Weißengau Anteil. Dieser breite Streifen fruchtbarer Hügel reicht vom Ufer des Großen Flusses bis an die Füße der Windhagberge. Hier leben vor allem große Teile der Garans und der Gerfins in Wehrdörfern, einzelnen Höfen und kleinen Weilern. Da beide Sippen miteinander seit Generationen bereits in wechselnd intensivem Streit liegen, sollte der Fremde nicht unvorbereitet über Land reisen. Neben den traditionellen Windhager Sippen findet hier aber auch noch die Reichsstadt Kyndoch. Diese alte Stadt ist ein Zentrum des Flusshandels und Ausgangspunkt so mancher Abenteuer im Alten Land, da der Ort auch dafür bekannt ist, dass hier allerlei halblegale Geschäfte von überregionaler Bedeutung abzuschließen seien.
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Zum dritten steigt nach den Flachsteinen gen Praios ungefähr ab der Pfalzburg Weißenstein das sogenannte Vorgebirgsland an, bis es in Widdernhall zum Tal der Hefthe abfällt. Im Gegensatz zu den Flachsteinen hat das Vorgebirgsland ein wesentlich rauheres Äußeres, da hier die Windhagberge nicht so schnell an Höhe verlieren. Immer wieder ragen Berge und Felsnadeln aus den dichten Wäldern wie dem Chattenwald, die wildreich sind, wie kaum eine zweite Region des Mittelreichs. Der firunwärtige Teil des Vorgebirgslandes, der der Pfalzgrafschaft zuzurechnen ist, ist fest in der Hand der Sippe Gerfins, während in der Baronie Widdernhall Udamans Sippe und im Süden, an der Grenze zum Tal der Hefthe die Sippe Hellrons haust. Historisch besonders bemerkenswert ist der Weiler Siegesmühl, an dem vor 400 Jahren eine schreckliche Orkbedrohung beendet wurde.
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Und zum vierten ist die Windhager Au zu nennen. Sie ist das breite Band entland des Ufers, das Der Große Fluss für sich beansprucht. Da der Große Fluss am Alten Land bis zu anderthalb Meilen breit ist und beispielsweise im Frühling das Schmelzwasser der Windhagberge, der Ingrakuppen, des Phecanowaldes und anderer weiter entfernterer Gebirge aufnimmt, kommt es im Alten Land immer wieder zu katastrophalen Hochwässern, die das gesamte Ufer mit sich fortreißen. Durch Hochwasser und den allgemein stetig wechselnden Wasserstand, beherrscht das Wasser des Flusses den rahjawärtigen Rand des Alten Landes, die Windhager Au. Diese besteht aus Sumpfen, Altarmen, Auwäldern und zahllosem Gestrüpp. Nach der weglosen Wildnis der Berge mag dieser Landstrich der launischste und unwegsamste sein. So finden sich hier auch keinerlei menschliche Ansiedlungen, wie besonders die Sippe Gerfins nicht müde wird zu betonen.


Reisen

Das Reisen ist im Alten Land mit besonderen Umständen verbunden - wie anderswo in unwirtlichen Regionen auch. Denn das Reich unterhält keine und die Markgrafschaft kaum eine ausgebaute Straße. Wer die Region also nur passieren möchte, der sollte:

Die Reichsstraße erreicht man entweder über die Kyndocher Fähren im Norden, die Zinner Fähre in der Baronie Widdernhall oder über die Jast Gorsam Brücke zu Elenvina

Wer über die Windhagberge möchte, der sei an den Schattengrundpass verwiesen. Die Salzsteige (Pass) in der gleichnamigen Baronie ist kaum ausgebaut und nur für Wanderer und Saumtiere gangbar.

Überland ist die Region nur zwischen Ende Phex und Ende Travia einigermaßen erfolgreich zu bereisen. In den Monden dazwischen verwischt entweder der Schneefall alle Wege oder der Schlamm verwandelt die wenigen Pfade in nahezu ungangbare Moraste, in denen Stiefel und Räder immerfort stecken bleiben. Das Reisen ist zu diesen Zeiten zwar möglich, erfordert aber Geduld und eine genauere Kenntnis von Land und Leuten.

Bewohner

Im Alten Land leben fast ausschließlich Menschen aus den Windhager Sippen. Neben dem Kyndocher Umland und dem Land am Schattengrundpass gibt es nur sehr wenige Flecken, in denen auch einmal Sippenlose zu finden sind. In den Flachsteinen finden sich gen FIRun und EFFerd Garans Sippe, gen RAHja und PRAios hingegen Gerfins Sippe. Im Vorgebirgsland lebt gen FIRun Gerfins Sippe und gen PRAios Udamans Sippe. In der Baronie Widdernhall finden sich weiter die Hütte der Udamans und gen PRAios kann man auf Taurons Sippe treffen.



Geschichte

Für das heutige Bild der Region sind zwei Epochen verantwortlich. Der Vorstoß der Ramuchai-Orks im Jahr 600 BF und die darauffolgenden Kriege gegen die Orkinvasoren haben die alte Kulturlandschaft der Flussgrafschaft Kyndoch vollständig verheert und dafür gesorgt, dass eine überwältigende Mehrheit der Bewohner über den Großen Fluss hinüber ins Isenhag geflohen sind. Wer heute im Alten Land lebt, ist entweder nach 600 eingewandert oder war selber Ork genug, um diese Epoche zu überstehen.

Das zaghafte Wiedererblühen des Alten Landes nach den Orkkriegen wurde dann in der Zeit der Landkriege wieder zunichte gemacht. Als die Sippen in einer 200 Jahre dauernden Kette von Revolten und darauffolgenden Strafaktionen versuchten, die neuen Adelsherrschaften abzuschütteln oder wenigstens soweit wie möglich zu lockern, ging immer wieder in Flammen auf, was nach den Siegen über die Schwarzpelze wieder aufgebaut worden war. Diese Epoche wurde mit Kaiser Perval beendet als weite Teile des Alten Landes reichsunmittelbar gemacht worden waren. Trotzdem pflegen die Sippen des Alten Landes bis heute eine Abneigung gegen Straßen- und Mühlenbau, da sie in der Urbarmachung von Adlesseite aus häufig den Versuch sehen, sich das Land nach den Kriegen wiederzuholen.

Durch diese beiden Epochen ist aus dem vormaligen Kulturland fast unumkehrbar eine große Wildnis geworden. Kaum einer, von den mit der Geschichte Unvertrauten, kommt heute beim Reisen durch das Land auf die Idee, dass hier nicht einfach schon immer Wildnis gewesen ist. Und bis wieder genug Greise auf ihren Beitrag zur Urbarmachung des Landes zurückblicken werden können, wird noch Wasser den Fluss hinuntergeflossen sein.